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2008, Architektur, Wettbewerb Meisterhäuser, Trinkhalle, Bauhaus Dessau, Germany, Marco Gernt
2008, Architektur, Wettbewerb Meisterhäuser, Gropiushaus, Bauhaus Dessau, Germany, Marco Gernt
2008, Architektur, Wettbewerb Meisterhäuser, Moholy Nagy Haus, Bauhaus Dessau, Germany, Marco Gernt

Meisterhäuser, Dessau, Germany

Arbeitsgemeinschaft:
Art des Auftrages:
Art der Leistung:
Auftraggeber:
Auftragnehmer:
Bearbeitung:
Konzept:
Leistungsphasen:
Ort der Ausführung:
Vertragslaufzeit:
Haase/ Gernt
Internationaler Wettbewerb
Entwerfen
Prof. Dr. Ing. Andrea Haase
M.Arch. Marco Gernt
M.Arch. Marco Gernt
Gernt
1-2
Büro A&S Marco Gernt
12.12.2007 bis 14.02.2008


Bauhausuniversum

Walter Gropius 1930: "Das Ziel des Bauhauses ist eben kein Stil, kein System, kein Dogma oder Kanon, kein Rezept und keine Mode! Es wird lebendig sein, solange es nicht an der Form hängt, sondern hinter der wandelbaren Form das Fluidum des Lebens selbst sucht." Es geht also darum, den Wandel des Lebens in die Formgebung aufzunehmen, den Wandel des Lebens zu gestalten, so die Aufgabe bis heute.

Konzeptidee: Unabhängig von einem Formenkanon wird die Geschichte der Meisterhäuser sichtbar gemacht und fortgeführt. Das Ensemble wird als Ganzes in den Blick genommen, als dezentraler Ort der Bauhaus-Tradition in der Stadt Dessau neu bestimmt. Die städtebauliche Reparatur betrifft die Erhaltung/Umnutzung vorhandener Bauten und deren Ergänzung durch ein Gebäude, das dem Ort städtebaulich weithin sichtbar für den Blick von Osten eine neue Prägung als "Kopfsituation" gibt. Die vorhandenen Gebäude werden im Gegenzug nach Osten geöffnet und definieren so die Richtung einer Folge von Räumen innerhalb und außerhalb der Meisterhäuser neu. Die ehemalige Trinkhalle wird als Symbol der Öffnung, zum öffentlichen Raum hin, neu für öffentliche Nutzungen gestaltet. Die ehemals umgebende Mauer und die Gropiusgarage werden neu definiert als teilräumliche Anker für neue öffentliche Räume des Aufenthaltes und der Begegnung auf dem Gelände der Meisterhäuser. Jedes der Häuser erhält eine Fassung. Alle Fassungen sind im Netzwerk der Wege und Gartenräume verbunden und laden ein, jedem Haus aus allen Richtungen nahe zu kommen. Der Garten gewinnt an neuer Bedeutung als öffentlicher Raum in der Stadt. In der Ziebigker Strasse werden durch Umwidmung von Flächen rückwärtige Stellplätze für Besucher angelegt. Die Fläche wird als Insel der Begegnung der Verkehrsfunktion gegenüber gestellt. Wege über das Gelände können in den Straßenraum hinein geführt werden.

"Trinkhalle": Die ehemalige Trinkhalle wirkte integrativ auf die Autorität der Gesamtanlage. Diese Herkunft erleichterte den Entschluss, einen Neubau für Begegnungen unterschiedlicher Art zu schaffen. Der Neubau stellt eine neue Beziehung des Areals der Meisterhäuser zur Umgebung her: Sie werden aus ihrer ehemals vereinzelten Privatheit herausgeholt und in einen neuen Kontext von Öffentlichkeit gestellt.

"Gropiushaus": Die Idee des Entwurfes ist, Substanz unterschiedlicher Perioden des Wandels zu erhalten, neu zu nutzen und den Wandel mit Blick in eine Zukunft hinein und sichtbar zu machen. Vertrauen und Zuversicht werden geweckt. Zeichen des Alters, z.B. im Allgemeinzustand von Dach, rechtfertigen einen Teilabriss (Dach). Herausgearbeitet werden folgende Phasen der Geschichte: Gropius-Keller, Emmer Etage, neues Dachgeschoss.

"Moholy Nagy Haus": Ein einfacher Wiederaufbau würde der Tradition der Moderne widersprechen. Die bewegte Geschichte des Gebäudes wird neu gedacht und in die Zukunft projiziert: Der arterhaltende Anbau ist bewusst schlicht gehalten. Der Neubau schmiegt sich eng an das vorhandene Original und ist nach Maßstäben von 2008 gebaut, atmet aber den Charme der Zwanziger.

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